Wirkungen & Nebenwirkungen

Jede Droge kann Nebenwirkungen haben, wenn sie missbraucht oder im Übermaß konsumiert wird. Cannabis macht da keine Ausnahme. Umfangreiche Forschungen und Beweise durch praktische Anwendung seit tausenden von Jahren geben uns einen guten Einblick in das, was Cannabis mit unserem Geist und unserem Körper anstellt.

Joint mit Tabak & Cannabis
Joint mit Tabak & Cannabis

Kurzzeitwirkungen:


Cannabis ist insofern ungewöhnlich, indem es Wirkungen hervorruft, die denen vieler psychoaktiver Substanzen ähnlich sind. Diese Droge passt nicht so einfach in eine der gängigen Gruppen psychoaktiver Substanzen (Beruhigungsmittel, Stimulantia, Halluzinogene). Sie zeigt Charakteristika aus all diesen Kategorien. So kann sich zum Beispiel eine Gruppe von Cannabiskonsumenten aus einem introspektiven Zustand des träumerischen Losgelöstseins hin zur hoch aktiven Konversation und kollektiven Euphorie wenden. Die Kurzzeitwirkungen als Folge des Cannabisgebrauchs hängen in hohem Maße von der Qualität der verwendeten Substanz und der Stimmung des einzelnen Konsumenten, von seiner Persönlichkeit und seinen Erfahrungen ab. Studien zeigen deutlich verschiedene Wirkungen bei Erstkonsumenten und „altgedienten" Rauchern. Es scheint, dass der Konsument bei wiederholtem Gebrauch lernt, die Wirkungen vorherzusehen, zu erkennen und zu genießen, während sich ein ungeübter Konsument vielleicht nur verwirrt und schwindlig fühlen mag. Die Umgebung und die Gesellschaft beeinflussen die Erfahrung ebenfalls. So kann zum Beispiel die Person X, die in einem mit Fremden gefüllten Raum Kekse isst, Paranoia und Furcht durchleben, während sich die gleiche Person X zusammen in einem Raum mit ein paar engen Freunden nach dem Essen genau der gleichen Kekse besonders locker und entspannt fühlen kann.

 



ANGENEHME KURZZEITWIRKUNGEN:

Einige der häufigeren subjektiv positiven Erfahrungen sind die folgenden (oft in dieser Reihenfolge):
• Euphorie und/oder das Gefühl allgemeinen Wohlbehagens •
• Unkontrollierbare Heiterkeit (oder das „Kichern") Erhöhte Geselligkeit und Gesprächigkeit, Verbesserte Wahrnehmung von Farben, Musik, Filmen, Kunst, Natur, Tapeten, usw. usw. Erhöhte geistige Energie, Querdenken, Kreativität Weitergehende Bewußtseinsveränderungen Verzerrungen von Raum und Zeit, Heißhunger.



UNANGENEHME KURZZEITWIRKUNGEN:

Negative subjektive Wirkungen, eher bei Anfängern auftretend:
• Vergessen, was man sagen, denken oder tun wollte, oft mitten im... äh - was wollte ich gerade sagen?
• Paranoia - oft bezogen auf die Tatsache, daß der Konsument gerade das Gesetz bricht
• Furcht und Verwirrung
• Erschöpfung und Schläfrigkeit
• Der Besuch einer Arrestzelle Die Schlüssel verlieren



CANNABIS UND DAS FAHREN:

Jede Droge, welche die Wahrnehmung beeinflusst, beeinträchtigt auch die Fähigkeit, zu fahren. Cannabis hat einen negativen Einfluss auf die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, besonders dann, wenn es in hohen Dosen oder gleichzeitig mit anderen Drogen gebraucht wird. Trotzdem zeigten die Ergebnisse einer ausführlichen Studie (durchgeführt 1996 durch die U.S. National Highway Transportation Safety Administration), dass die Beeinträchtigungen beim Führen von Fahrzeugen durch Cannabis weit geringer sind, als die durch Alkohol verursachten und dass sie am ehesten mit den Wirkungen vieler frei verkäuflicher Arzneimittel verglichen werden können.



Langzeitwirkungen:

Dafür, dass Cannabis eine solch intensiv erforschte Droge ist, umgibt diese Pflanze immer noch eine ganze Menge an kontroversen Meinungen. Es herrscht nicht zuletzt einige Konfusion über die Langzeitwirkungen auf die Gesundheit der Konsumenten. Wiederholt wurden Studien als politisch motivierte Angstmacherei enttarnt oder einfach als alt und wissenschaftlich fehlerhaft. Viele der Fehler in den Untersuchungen drehen sich immer wieder darum, dass sich die Untersuchungen nicht auf den tatsächlichen Gebrauch von Cannabis im realen Leben beziehen. In der Tat gibt es kaum begründete Beweise dafür, dass der Langzeitgebrauch von Cannabis allein signifikante körperliche oder geistige Gesundheitsprobleme verursacht. Eine Untersuchung des verfügbaren Materials in The Lancet' (vom 1 1 . November 1995) schloss: „Das Rauchen von Cannabis ist selbst bei Langzeitgebrauch nicht schädlich für die Gesundheit". Andere teilen diese Meinung nicht. Lasst uns daher einige der Behauptungen, die sich auf die Langzeitwirkungen auf den menschlichen Geist und Körper beziehen, näher beleuchten.



Die Langzeitwirkung auf den Geist:

Es unterliegt keinem Zweifel, dass Cannabis während des Rausches eine profunde Wirkung auf den Geist ausübt. Behauptungen zu bleibenden Wirkungen sind dagegen heiß umstritten. Ein komplizierender Faktor dabei ist der, dass Cannabinoide bis zu fünfzig Tagen im Körper verbleiben und dadurch Rest Wirkungen mit Langzeitwirkungen verwechselt werden.



DIE MOTIVATION:

Die gelegentliche Vergesslichkeit und Lethargie (das sogenannte amotivationale Syndrom), das bei einigen starken Cannabiskonsumenten auftritt, scheint vom fortgesetzten Gebrauch und/oder der normalen Persönlichkeit des Konsumenten abhängig zu sein. Vieles, was das Denken rund um das amotivationale Syndrom bestimmt, hat seine Wurzeln in den 60er Jahren. Das Establishment sah Cannabis damals als die primäre Ursache für soziale Unruhe und abweichendes Verhalten an. Es gibt keinen Beweis für eine Wirkung, die andauert, nachdem der Gebrauch eingestellt wird. Viele starke Konsumenten führen komplexe und arbeitsreiche Leben und haben dabei offensichtlich keine Schwierigkeiten.



GEDÄCHTNISVERLUST:

Das Vergessen von Daten aus dem Kurzzeitgedächtnis („was wollte ich gerade sagen?") ist eine wohlbekannte Folge des Cannabis-Gebrauchs. Es gibt jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass

dies eine bleibende oder sich gar verschlimmernde Wirkung ist.



ABHÄNGIGKEIT UND TOLERANZ:

Oft wird Cannabis als nicht-abhängig machende Droge bezeichnet. Allerdings ist so etwas wie eine soziale oder psychologische Abhängigkeit bei einigen Konsumenten oder Konsumentengruppen, wie bei den meisten anderen Drogen (einschließlich Tee oder Kaffee) auch, möglich. Die Cannabis-„Gewöhnung" basiert im Allgemeinen viel eher auf dem einfachen Verlangen, eine angenehme Erfahrung zu wiederholen, als dass es sich um einen wirklichen Zwang handeln würde. In der Tat scheinen problematische Formen der Abhängigkeit, die zu ernsthaften Konflikten mit dem normalen Leben des Konsumenten führen, außerordentlich selten zu sein. Untersuchungen zeigen, dass die meisten Cannabiskonsumenten den Gebrauch gegen Ende des zweiten Lebensjahrzehnts einstellen. Es ist noch unklar, ob sich mit fortgesetztem Gebrauch eine Toleranz gegen- über der Cannabiswirkung entwickelt. Möglicherweise passen sich die Konsumenten nur den Rauschzuständen an und lernen, mit ihnen umzugehen.



DER ElNSTIEGSDROGENEFFEKT:

Mangels anderer stichhaltiger Argumente bezüglich Verhalten oder Gesundheit bringen Cannabis-Gegner immer wieder den Begriff der „Einstiegsdroge" zur Sprache. Der Hintergrund des Ganzen soll sein, dass es relativ harmlos sein kann einen Joint zu rauchen (oder einen Haschkeks zu mampfen). Aber dies sei angeblich nur der erste Schritt zur Crackpfeife oder zum Verkaufen der chinesischen Vase deiner Großmutter für ein bisschen mieses Straßen-Heroin. Dies ist genauso aus der Luft gegriffen, wie die Behauptung, dass das Trinken eines Glases Sherry ein gefährlicher Weg ist, der geradewegs unter die Eisenbahnbrücke führt, wo man schließlich mit vollen Hosen und einer Flasche Spiritus endet. Wenn wir für einen kurzen Moment diese Logik der „Einstiegsdroge" akzeptieren - dass der Konsum von leichten Drogen unwiderruflich zu harten Drogen führt - wo genau ist dann der Einstieg? Führt starker Kaffee zu einem Verlangen nach Gin und dann weiter zu PCP? Führt Redbull™ zu Amphetaminen? Müssen wir starke Minze verbieten?
Das einzige, was an dieser Argumentation wahr ist, ist die Tatsache, dass Cannabis verboten ist. Weil es eine illegale Droge ist, bringt dich Cannabis in Kontakt mit illegalen Drogendealern, die per Definition illegale Drogen verkaufen, die du versucht sein könntest, zu probieren.



GEISTESKRANKHEITEN:

Seit der Reefer-Madness-Propaganda in den 30er Jahren taucht immer wieder die Behauptung auf, dass Cannabis ernsthafte Geisteskrankheiten verursachen oder auslösen kann. Tatsächlich gibt es keine Beweise, die belegen, dass bleibende Geistesstörungen direkt durch Cannabis verursacht werden können. Ob die Droge imstande ist, eine latente Krankheit auszulösen, oder eine existierende zu verschlimmern (oder sogar zu bessern) ist eine offene Frage. Immerhin gibt es eine Myriade von Faktoren im Leben jedes Menschen (Arbeit, Beziehungen, etc., etc.), die so etwas bewirken können



Langzeitwirkungen auf den Körper ERKRANKUNGEN DER ATMUNGSORGANE:

Der Rauch eines reinen Cannabis-Joints führt dir dreimal mehr Teer zu als deine normale Filterzigarette, mehr als fünfmal soviel Kohlenmonoxid, und trifft mit höherer Temperatur auf Kehle und Lungen. Dies hat dazu geführt, dass einige Experten behaupten, dass Cannabis-Rauch, Zug um Zug, mit größerer Wahrscheinlichkeit Atemwegserkrankungen, Lungen-, Kehlkopf- und Zungenkrebs erzeugt, als Tabakrauch. Eine Studie spricht für das gehäufte Auftreten von Kehlkopfkrebs bei Cannabisrauchern. Andere Experten weisen darauf hin, dass es zunehmend Beweise dafür gibt, dass Krebs primär durch die Strahlung im Tabakteer verursacht wird und die Karzinogenität von Cannabis völlig überschätzt wird. Wie auch immer, der Vergleich mit Tabak wird dadurch abgeschwächt, dass die Gewohnheit, zwanzig pure CannabisJoints pro Tag zu rauchen, relativ selten vorkommt. Es gibt keinen schlüssigen Beweis dafür, dass der moderate Cannabis Gebrauch zu signifikanten Schäden im Atmungssystem führt. Auf jeden Fall beinhaltet der normale Tabak/Cannabis-Joint mindestens die gleichen Risiken, wie auch filterlose Zigaretten. Es ist einfach, die potentiellen Risiken respiratorischer Erkrankungen zu umgehen: mach es auf die Art des Hanfkochbuchs und iss dein Dope ganz einfach.



DAS ZENTRALNERVENSYSTEM:

Sowohl sehr angesehene als auch völlig unseriöse Quellen haben die Behauptung verbreitet, dass Cannabis Gehirnzellen zerstört. Solche Behauptungen sind äußerst umstritten und bleibende Wirkungen dieser Art konnten an Menschen noch nie nachgewiesen werden. Was auch immer die Wahrheit sein mag, es gibt auch keinen Beweis dafür, dass „als möglich angenommene" Gehirnschäden irgendwelche signifikanten Änderungen im Verhalten oder der geistigen Leistung verursachen würden.



FORTPFLANZUNG:

Bizarre Behauptungen darüber, dass Cannabis die Libido herabsetzen würde, bei Männern das Wachstum von Brüsten bewirkt oder bei Frauen die Menstruation unterbricht, werden seit den 60er Jahren in Umlauf gebracht. Es wird dich nicht mehr überraschen zu hören, dass auch diese Behauptungen keine wissenschaftliche Grundlage haben. Männliche Cannabis-Konsumenten produzieren einen höheren Anteil an doppelschwänzigen Spermien, die im allgemeinen zu durcheinander sind, um es bis zur Eizelle zu schaffen. Allerdings erleben Kaffeetrinker dieses Phänomen ebenfalls und die Cannabis-Konsumenten werden erleichtert sein zu hören, dass im Normalfall Millionen der einschwänzigen Sorte nur darauf warten, den Platz der anderen einzunehmen. Darüber hinaus ist der genetische Code der betroffenen Spermien in keiner Weise beeinträchtigt.



IMMUNOLOGIE:

Es gibt einige Belege dafür, sowohl echte als auch anekdotenhafte, dass Cannabis eine leichte, vorübergehende Wirkung auf das Immunsystem haben könnte. Es gibt aber keine Beweise dafür, dass dies signifikanter auftritt als ähnliche Wirkungen bei moderatem Alkohol- oder Koffeingebrauch. Viele der Beweise mögen von übertragbaren Krankheiten (vor allem den gewöhnlichen grippalen Infekten) herrühren, die über Joints, die Freunde miteinander ausgetauscht haben, übertragen wurden.